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Exkursion – „Die Vielgestaltigkeit der Waldränder rund um die Skiwiese“

Logo: 2011 – Internationales Jahr der Wälder 2011 ist das internationale Jahr der Wälder. Die Bürgerinitiative Waldpark Skiwiese veranstaltete aus diesem Anlas im Rahmen der 6. Hessischen Naturschutz-Erlebnistage am Samstag, 21.05.2011, dem Bundesweiten Wandertag zum Internationalen Tag der Biodiversität, einen Rundgang mit dem Thema „Die Vielgestaltigkeit der Waldränder rund um die Skiwiese“.

BI-Sprecher Hartmut Backhaus konnte zahlreiche Teilnehmer begrüßen. Diesen beschrieb er, wie der Waldpark im ausgehenden 19. Jahrhundert von dem bedeutenden Förderer des Jugendstils, Großherzog Ernst-Ludwig, initiiert worden ist.

Die Waldparkbewegung, deren Ziel es war, das Leben besser und gesünder werden zu lassen und die Natur zu schützen, entstand unter dem Eindruck der industriellen Revolution und deren negativen Auswirkungen auf die Volksgesundheit. Der Bad Nauheimer Waldpark wurde als Erweiterung des zu klein gewordenen Kurparks und als Verbindungselement zu den naturbelassenen Wäldern am Winterstein entwickelt. Aus der vormals in viele kleine Wiesen- und Ackerflächen zergliederten Landschaft um den Johannisberg entstand die etwa 17 Hektar große Skiwiese als Mittelpunkt des Waldparks und als Frischluftschneise für die aufstrebende Kurstadt.

Der Waldpark kann auf zahlreichen geschwungenen, romantischen Wegen und der Rundfahrt erkundet werden. Die Waldränder suchen in ihrem Artenreichtum in der heimischen Region Ihresgleichen. 37 verschiedene Baumarten, mindestens 16 verschiedene Straucharten und zahlreiche Stauden, Gräser und Farne bilden zu jeder Jahreszeit eine imposante Waldrandkulisse.

Vielfarbiger Waldrand an der Skiwiese Einführung ins Thema am Waldrand zur Skiwiese

Der Blütenflor im Frühjahr, schwarzrote Wildkirschen im Sommer, bunte Beeren im Spätsommer und das Farbspektakel im Herbst sind dank der überlegten und vorausschauenden Planung vor über hundert Jahren durch die Forstleute Kirchner und Weber heute noch erlebbar.

Hartmut Backhaus erläuterte die Bedeutung der „Aussichtstempel“ als Anlaufziele und Orientierungspunkte im Waldpark. Einige der Hütten tragen die Namen ihrer Spender, andere sind verdienten Forstleuten gewidmet. Viele sind dringend reparaturbedürftig. Die Erhaltung der Hütten ist zur zeit die wichtigste Aufgabe der BI Waldpark Skiwiese.

Die Teilnehmer der Wanderung konnten sich davon überzeugen, dass die BI in den vergangenen fünf Wintern die alte Waldrandlinie durch Rodung von bis zu zwölf Meter in die Wiese hineingewachsenen Baumsämlingen von Pappel und Kirsche sowie Brombeeren wieder hergestellt hat. Die gewonnenen Flächen wurden wieder eingesät. Diese Arbeiten sind nunmehr abgeschlossen. Der jetzige Zustand muss aber weiterhin durch regelmäßige Nachpflege erhalten werden. Die BI brachte zum Ausdruck, wie wertvoll die vorhandene Artenvielfalt in der Wiese und den angrenzenden Waldflächen ist. Sie darf nicht verloren gehen.

Ein Erlass des großherzoglichen Ministeriums für Finanzen aus dem Jahr 1904 ist noch heute aktuell: „Es ist dringend geboten, dass sich die Oberförstereien bei jeder forstlichen Maßregel darüber Rechenschaft ablegen, wie sie in Bezug auf die Waldschönheit wirken wird. Brenn- und Nutzholz können wir von auswärts beziehen, nicht aber die kühle, staubfreie Waldluft und noch weniger den Waldfrieden.“

Mit dem Appell, mit dem Kulturdenkmal Waldpark Skiwiese pfleglich umzugehen und es für die Nachwelt zu erhalten, wurde die Veranstaltung beendet.