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Aktuelles 2016

April 2016

Beginn der Arbeiten an einem Waldparkpflegewerk

Die Stadt Bad Nauheim hat im vergangenen Jahr die Erstellung eines Waldparkpflegewerkes in Auftrag gegeben.

Auftragnehmer ist das Büro "Forst - Landschaft- Freiraum" aus Dresden.

Hiermit soll ein Konsens zwischen Denkmalschutz, Naturschutz, Erholungswert und wirtschaftlicher Nutzung gefunden werden.

Einbezogen in die Zielsetzung und Erstellung dieses Werkes sind Organisationen und Vereine, die Bezug zum Waldpark haben. So auch die Bürgerinitiative Waldpark Skiwiese.

Am Donnerstag 21.04.2016 fand hierzu eine Begehung mit Frau Dr. Ellen Schneider (Büo Forst-Landschaft-Freiraum), Herrn Herrmann (Grünamt) und Mitgliedern des Vorstandes der BI im Waldpark statt.

Dabei konnte sich Frau Dr. Schneider unter der sachkundigen Führung von Hartmut Backhaus und Michaela van Blericq eine erste Übersicht über die Elemente des Waldparks und der Skiwiese verschaffen.

Während der Begehung kam zur Sprache, wie in den vergangenen Jahrzehnten im Waldpark forstliche Arbeiten durchgeführt wurden.

Es wurden die unterschiedlichen Schwerpunkte der forstlichen Arbeit der letzten Jahrzehnte angesprochen. Der wirtschaftliche Druck heutzutage hat sich negativ auf die forstlichen Maßnahmen ausgewirkt. Es fanden sich zahlreiche Beispiele hierfür im Laufe der Begehung. Leidtragende sind Denkmalpflege und Naturschutz.

Um so wichtiger und lobenswerter ist es, dass die Stadt Bad Nauheim das erkannt hat und deshalb das Waldparkpflegewerk in Auftrag gegeben hat.

Frau Dr. Schneider hat sich beeindruckt gezeigt über die Vielgestaltigkeit des Waldparks und seiner prägenden Elemente.

Die BI erhofft sich, dass die unbestrittene fachliche Kompetenz von Frau Dr. Schneider, Handlungsperspektiven herausarbeiten wird, die den historischen Waldpark in seiner Gesamtkonzeption dauerhaft schützen, pflegen und entwickeln können.

Desweiteren wünscht sich die BI, dass das Pflegewerk angesichts der Kosten von ca. 100.000 € nicht nur empfehlenden sondern verbindlichen Status erhält. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass die erarbeiteten Grundsätze auch Eingang in die Bewirtschaftung des Landeswaldes (Frauenwald und Eichberg), der zum denkmalgeschützten Waldpark gehört, findet.


März 2016

Am 23.03.2016 ist Ursula Naber gestorben

Wir trauern um unser Gründungsmitglied Ursula Naber.
Ursula hat maßgeblich am Zustandekommen des Bürgerentscheids
gegen die Erweiterung des Golfplatzes auf die
Bad Nauheimer Skiwiese mitgewirkt.


Darüber hinaus hat sie sich lange Jahre im Vorstand engagiert.
Trotz ihrer zurückhaltenden Art hat sie jede Versammlung
durch ihren Humor und treffende Meinungsäußerung geprägt.
Ihr vielfältiges Engagement für andere erstreckte sich auch
auf Tätigkeiten im NABU und in der Rheumaliga.


Ursula, wir vermissen Dich.
Dein Blick für das Wesentliche und Deine Geradlinigkeit werden uns sehr fehlen.


Petition für einen Fällstopp im gesamten Waldpark Bad Nauheim von der Bürgerinitiative an den Hessischen Landtag eingereicht

Die Bürgerinitiative Waldpark Skiwiese e.V. hat am 21.02.2016 eine Petition an den Hessischen Landtag eingereicht.

Die zuständige Kanzlei hat den Eingang am 24.02.2016 bestätigt und deren Bearbeitung angekündigt. Die Hessische Landesregierung wurde von der Kanzlei zu einer Stellungnahme diesbezüglich aufgefordert.

Hier die Petition im Wortlaut:

Der Waldpark der Stadt Bad Nauheim

Dieser Waldpark ist denkmalgeschützt. Etwa 273 ha davon gehören der Stadt Bad Nauheim, ca. 85 ha sind im Besitz des Landes Hessen. Optisch und historisch bilden sie eine geschlossene Einheit.
Die Beförsterung beider Waldteile wird durch Hessenforst durchgeführt.
Leider hat sich das Erscheinungsbild diese Waldparks dramatisch verändert, seit die Verantwortung für die Beförsterung bei Hessenforst liegt.
In den Jahrzehnten zuvor haben lokal ansässige Förster eine Bewirtschaftung und Pflege unter Berücksichtung der Merkmale des Denkmals betrieben.

Die historische “Rundfahrt”, die vor über hundert Jahren als Allee konzipiert wurde, hat auf mehreren hundert Metern durch
die Fällung hundertjähriger Eichen ihren Alleencharakter verloren.

Des weiteren wurde durch Fällungen markanter Baumgruppen das Waldbild großflächig verändert. z.B. wurden ca. 35 zwischen achtzig – und hundertjährige Lärchen, die auf einer Fläche von ca. 1200 qm standen, gefällt.
An anderen Stellen wurden bis zu 1000 qm freie Flächen durch die Fällung des alten Baumbestandes geschaffen.
Hier sind Schutzgatter zur Kontrolle des Wildverbisses gebaut worden.
Gestalterisch bedeutsame Einzelbäume an Wegekreuzungen und in unmittelbarer Nähe der historischen Waldhütten sind gefällt worden.

Eine deutliche Verarmung der Artenvielfalt ist eine Konsequenz. So sind nur noch sechs bis acht Baumarten bei der Aufforstung berücksichtigt, die der wirtschaftlichen Nachfrage Rechnung tragen.

Die starke Ausdünnung des hiesigen Waldes hat negative Auswirkungen auf das Mikroklima.
Im Sommer erhöht sich seine mittlere Temperatur und im Winter sinkt sie stärker ab.
Bäume, die sich vorher in einem natürlich gewachsenem System entwickeln konnten, werden in der Folge Wetterextremen ausgesetzt.
Durch die allgemeinen Klimaveränderungen hervorgerufene Stürme, Kälte – und Trockenperioden erhöht sich das Kalamitätsrisiko.
 
Aus diesem hundertjährigen denkmalgeschützten Mischwald mit waldbildprägenden Einzelbäumen und Baumgruppen wird zunehmend ein Wirtschaftswald.

Die Stadt Bad Nauheim hat das Problem erkannt und  inzwischen ein Waldparkpflegewerk in Auftrag gegeben, mit dem eine Balance zwischen Denkmalschutz und Forsteinrichtung gefunden werden soll.
Bis zur Fertigstellung und Umsetzung des Waldparkpflegewerks ist es noch ein mehrjähriger Prozeß.

Wir, als Bürgerinitiative Waldpark-Skiwiese e.V., fordern einen sofortigen Fällstopp bis zur Verabschiedung des Waldparkpflegewerks, um weitere unumkehrbare Zerstörungen des Kulturdenkmals zu verhindern.


Februar 2016

Waldrandpflege am X-Weg auf der Skiwiese durch BI nach Einsatz des Forstmulchers

Wie wir an dieser Stelle im Januar berichtet haben, hat die Stadt Bad Nauheim unter Einsatz eines geeigneten Forstmulchers Sämlingsbäume und Gestrüpp von der Wiese zurückgedrängt. Wird diese Arbeit nicht gemacht, verringert sich die Wiesenfläche Jahr für Jahr.

Im Anschluß an die Arbeit der Maschine ist es notwendig, die verbliebenen Holz- und Wurzelsplitter zu entfernen, um eine Neusaat von Gras zu erleichtern und den Stickstoffgehalt im Boden zu regulieren. Das heißt für die Aktiven der BI Waldpark Skiwiese e.V. hier mit Rechen und Schaufel anzusetzen. Samstag, den 27.2.16 trafen sich Michaela, Gerd, Hartmut, Linus und Martin bei optimalem Wetter und "reinigten" einen großen Teil der anstehenden Fläche.

Vor Beginn der Aktion sieht der Boden aus, wie auf dem folgenden Bild.

Gemulchte Fläche

Nach 2 Stunden intensiver Arbeit ist eine Strecke von ca. 50 Metern auf einer Breite von ca. 6 Metern fertig.

    


Dem Winter auf der Spur

Am vergangenen Samstag lud die BI Waldpark Skiwiese e.V. unterstützt von der Bürgerstiftung Bad Nauheim Kinder von 9-12 Jahren zum zweiten Mal zu einer Skiwiesenexkursion ein. Planung und Vorbereitung lagen wie beim ersten Mal bei Gerd Joachim, Biologielehrer und Umweltpädagoge.

                                                                                    


Aufgabe für die Kinder war es, in Kleingruppen verschiedene Schutzhütten im Frauenwald mit Hilfe von Karten zu finden. Dort galt es dann, gemeinsam in Begleitung eines Erwachsenen spannende Aufgaben zu lösen. Gemäß der Jahreszeit drehte es sich dabei hauptsächlich um den Winter. Für die kalte, dunkle Jahreszeit haben Tiere verschiedenen Überlebensstrategien entwickelt: Winterstarre, Winterschlaf und Winterruhe. An der Kirchnerhütte hatten die Organisatoren ein Suchspiel vorbereitet: Versteckte Samen und Früchten sollten hier gefunden werden. Es ging den Kindern so, wie Eichhörnchen und Eichelhäher, sie fanden natürlich nicht alle Stellen. Nicht weiter schlimm, in der Natur kommt nichts um und macht viel Sinn: Liegen gebliebene Samen führen dort regelmäßig zur Verjüngung des Waldes. Ein Verdienst von Eichhörnchen und Eichelhäher. Für die Kinder gab es an dieser Station eine kleine Überraschung: eine Stelle, an der Krokanteier versteckt waren, wurde immer mit scharfem Gespür entdeckt und im Gegensatz zu Eicheln, Nüssen und Tannenzapfen weitaus mehr geschätzt, da die Süßigkeiten voll den Geschmack der Kinder trafen.

Fünf Minuten Stille in einer Hütte auszuhalten, ist für 9-13 Jährige manchmal nicht ganz einfach, aber doch zu schaffen. Diese Erfahrung wurde an einer weiteren Station gemacht. Für alle deutlich zu hören war das permanente Hintergrundgeräusch der Autobahn, dazu Vogelstimmen von Meisen und Krähen, das Hämmern eines Spechtes sowie das fast unheimliche Knacken von Ästen. Verursacher unbekannt.

Auf dem Weg zu den einzelnen Hütten, die das Bild des Frauenwaldes mitprägen, verlief sich eine Gruppe in einer Rückegasse. Sie wurde in den Wald geschlagen, um gefällte Baumstämme mit schwerem Gerät zu bergen. Recht fassungslos standen die Kinder vor den vielen herum liegenden Stämmen und breiten ausgefahrenen Spuren der Fahrzeuge, die auf ihrem Weg auch neu gepflanzte Jungbäume herausgerissen hatten. An dieser Stelle zeigte sich eindrucksvoll, wie sich das Bild des Frauenwaldes momentan ändert. Alle Gruppen schafften es, mit ihren Karten, die Hütten zu finden und erreichten am späten Nachmittag das Ziel die Wilbrandthütte.

Dort bildete ein Lagerfeuer den krönenden Abschluss. Imposant in die Abenddämmerung auflodernd verbreitete eine willkommene angenehme Wärme. In den Regen mischten sich einige Schneeflocken, was bei einigen auch noch winterliche Gefühle entstehen ließ. Die Rallyeteilnehmer grillten mit intensiver Hingabe Stockbrot und Würstchen am Spieß. Dieser Imbiss, vorbereitet von Ulrike Basler– Kaiser (Bürgerstiftung Bad Nauheim), stieß auf große Resonanz. Hiermit rundete sie die perfekte Organisation der Veranstaltung durch das BI- Waldpark Skiwiesenteam Hartmut Backhaus, Gerd Joachim und Martin Lenser perfekt ab.

Die einstimmige Meinung aller Kinder: Lagerfeuer und Suchspiel waren heute die Highlights des Tages. Für die nächste Veranstaltung wurde zum Schluss von einigen Kindern, die auch die 1. Mal dabei waren, schon ein Wunsch geäußert: Wieder Waldhütten zu bauen - der Renner im Herbst des letzten Jahres.

„Wir wollen mit unseren Exkursionen Kindern und Jugendlichen sowohl spielerisch als auch mit biologischen und ökologischen Inhalten ein abwechslungsreiches Kennenlernen des Waldparks ermöglichen. Ein erstes Verstehen der Funktionsweise eines naturnahen Ökosystem kann so entstehen. Damit zeigen wir letztlich auch den Wert dieses Naherholungsraumes für alle Bad Nauheimer auf“, so Gerd Joachim.

Die nächste Expedition ist für das Frühjahr geplant. Weitere Informationen, auch zu den nächsten geplanten Veranstaltungen, gibt es per Mail bei g.joachim@skiwiese-bad-nauheim.de.


Januar 2016

Pflegearbeiten am Wiesenrand:

Um die Wiesen-Waldrandlinie zu bewahren, sind immer wieder Arbeiten am Waldrand notwendig.

Im Januar hat die BI mit kräftiger Unterstützung durch die Stadt Bad Nauheim arbeiten durchgeführt und angeleitet.

Brombeeren und Sämlingsbäume werden gefräst und gemulcht.

    

Die breiten Gummiketten veringern den Druck der Maschine auf den Boden

Der Forstmulcher bei der Arbeit.


Probleme, die in ganz Hessen immer präsenter werden:


Ja, solche Bilder machen sprachlos - sollten sie aber nicht. Denn Sprachlosigkeit ändert nichts!

Da an anderen Orten in Deutschland ähnliche Bilder gemacht worden sind und tagtäglich gemacht werden können, haben sich engagierte Menschen zusammengefunden und versuchen, etwas dagegen zu unternehmen. Hier einige Adressen: www.pro Walderhalt.de und www.westwald.de.

Es wird immer dringlicher, sich zu vernetzen. Hessen Forst ist mit staatlicher und politischer Unterstützuing bestens geschult und vernetzt. Die Leitlinien der Forstwirtschaft werden in den Ministerien und ministeriellen Abteilungen festgelegt. Hochschulen, die die Förster ausbilden, richten die Lehrpläne danach aus. Das Ergebnis sieht man.

Naturschutz, Artenvielfalt, aber auch Denkmalschutz und Waldästhetik werden dann in den Hintergrund getreten, wenn es darum geht, die Kassen zu füllen, die Forderungen der Holzkonzerne zu erfüllen.
Die Einwände der Bürger gegen die überall stattfindende intensive Waldwirtschaft wird von Hessen Forst mit geschickter Rhetorik abgeschmettert.
Bäume dürfen nicht mehr alt werden. Ihr Lebensalter wird bestimmt durch Anforderungen, die der Markt, bzw. die Holzindustrie festlegt: z.B. Stammdicke, Stammlänge, Baumarten. Dies lässt einen "Industriewald" entstehen, der artenarm ist, anfällig für Krankheiten und Wetterkatastrophen, wie Stürme, Dürre- und Hitzeperioden.
Bad Nauheim hat einen unter Denkmalschutz stehenden Waldpark, der vor über 100 Jahren gepflanzt und gestaltet worden ist. Wir wollen ihn so erhalten, wie er von seinen Erbauern geplant wurde .