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Die Idee des Großherzogs

Großherzog Ernst Ludwig (links) und der letzte Zar, Nikolaus II, der gerne in Bad Nauheim wanderte

Der Waldpark entstand in der Jugendstilzeit, im wesentlichen zwischen 1896 und 1914. Er geht zurück auf eine Idee von Großherzog Ernst Ludwig. Seine Darmstädter Künstlerkolonnie und die Bad Nauheimer Jugendstilarchitektur waren innovativ. Hier kamen in Architektur, Innenarchitektur und Kunsthandwerk völlig neue, zeitgemäße Formen zum Ausdruck. Das tägliche Leben der Menschen sollte schöner, besser und gesünder werden. Die Natur sollte geschützt werden. So kam es, daß Großherzog Ernst Ludwig zu einem der ersten Förderer der Waldpark-Bewegung wurde. Die Waldästhetik war wichtig, mächtige Bäume, Abwechslungsreichtum in Formen und Farben, Übergänge von Wald zu freier Landschaft (von Salisch, Dr. Walther, Wilbrandt). So heißt es 1904 in einem Erlaß des hessischen großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung: „Es ist dringend geboten, daß sich die Oberförstereien bei jeder forstlichen Maßregel darüber Rechenschaft ablegen, wie sie in Bezug auf die Waldschönheit wirken wird.“ Kurz darauf wurde geschrieben: „Brenn- und Nutzholz können wir von auswärts beziehen, nicht aber die kühle, staubfreie Waldluft und noch weniger den Waldfrieden.“

Der Bad Nauheimer Waldpark schuf eine Verbindung zwischen den gepflegten Anlagen des Kurparks und den mehr naturbelassenen Wäldern des Taunus. Für die erholungssuchenden Gäste entstanden zahlreiche Spazierwege und Aussichtstempel. Die „Rundfahrt“ entspricht dem belt-walk des klassischen Landschaftsparks und ermöglichte Droschkenfahrten. Heute kennzeichnet sie das Gebiet, das als Kulturdenkmal unter Schutz steht. Der Bad Nauheimer Waldpark mit der Skiwiese stellt somit eine Besonderheit dar, er ist ein Kulturdenkmal. Damals wie heute tragen die Schönheit der gestalteten Natur und die körperliche Bewegung zum Wohlbefinden der Besucher bei.